Heimatverein-Spahnharrenstätte/Emsland
  Jugendbekenntnisfeier 1950
 

Machtvolle Jugendbekenntnisfeier in Spahn-Harrenstätte

Ems-Zeitung vom 7. Juni 1950
 
Machtvolle Jugendbekenntnisfeier in Spahn-Harrenstätte
8.500 Jugendliche / Viele Ehrengäste / Vorbildliche Organisation /
Tiefes Erleben / Nachhaltiger Eindruck

-st-  Der Dreifaltigkeitssonntag war für Spahn-Harrenstätte ein großer Ehrentag. 
8500 Jugendliche waren der Einladung zur gemeinsamen Jugendbekenntnisfeier gefolgt. Spahn-Harrenstätte hat in Bezug auf Ausschmückung des Festplatzes, Programmgestaltung und organisatorische Leitung alle Erwartungen weit übertroffen. Der Leitgedanke des Tages „Christus unser Friede“ erklang in der Festpredigt und auch in den Ausführungen der Vertreter der Behörden wie ein Ruf an unsere Zeit. Jetzt, wo alles wieder nach Aufrüstung schreit, wo Egoismus erste Parole aller Parteipolitik ist, ruft die Jugend in ganz Deutschland hinaus: „Christus unser Friede!“ Sie wird sich der Sendung dieser Stunde und der Berufung als Christen bewusst.
 
Seit den Mittagsstunden belebte die Dekanatsjugend mit Fahrzeugen aller Art die Straßen des Hümmlings. Die von der Kirche in Spahn-Harrenstätte nach beiden Dörfern führenden Parkwege konnten die jugendlichen Heerscharen fast nicht fassen. Programmgemäß setzte sich die Prozession mit 90 Fahnen, Banner und Wimpeln unter Glockengeläut in Bewegung, während sie die Musikkapellen von Spahn und Werpeloh mit Sakramentsliedern begleiteten.  Voran die Reitervereine von Sögel und Werlte. Hunderte Engelchen, eine große Anzahl Messdiener und der Klerus nahmen an der Prozession teil.
 
Jeder, der diese Scharen der Jugendlichen auf dem Marsch zur Festwiese 45 Minuten in 6er-Reihen an sich vorbeiziehen sah, konnte sich des machtvollen Eindruckes dieser Glaubenskundgebung nicht erwehren.
 
Vorbildliche Organisation 
In vorbildlicher Ordnung wurde die Gesamtprozession durch den wuchtigen Empfangsbogen auf den Festplatz geleitet. Jeder musste die Feststellung treffen, dass Spahnh-Harrenstätte ganze Arbeit geleistet hatte. Die natürliche Lage des Festplatzes war ideal. Wenn die Sonne es auch zu gut meinte, so konnte doch die Mehrzahl der Jugendlichen im Schatten Platz finden. Mächtig hob sich das 13 Meter hohe Kreuz auf dem Buchenhintergrund ab. Den Altar in einer Gesamtkonstruktion von 20 Metern überragte ein 7 Meter langes Transparent mit dem Leitgedanken des Tages „Christus unser Friede“. Reiter hoch zu Ross in vorbildlicher Haltung umrahmten den Altar und zeigten, dass auch die Reitervereine zur katholischen Jugend des Hümmlings gehören.
 
Der Hochw. Herr Dechant Johanning, Lorup, begrüßte die Jugendlichen und die Ehrengäste. Er brachte zum Ausdruck, dass dieses Treffen in unserem Dekanat die erste Jugendbekenntnisfeier in diesem großen Rahmen sei. Angeregt sei diese große Glaubensfeier von dem jugendbewegten Dekanatsjugendseelsorger Pastor Scheperjans, Spahn-Harrenstätte. Man muss staunen, dass eine kleine Gemeinde dieses alles planen, herrichten und organisieren konnte, so führte er aus. 
 
„Brüder und Schwestern in Christus“
Das war die Anrede, mit der unser Dekanatsjugendseelsorger die Festpredigt einleitete. Im ersten Teil seiner Predigt stellte er die These: Christus unser Friede für unser Volk, für das Abendland, für die ganze Menschheit.
Er führte aus, dass in unserer Zeit, wo alles wieder von Aufrüstung spricht, wo der Ruf nach deutschen Soldaten wieder wach wird, obschon wir nicht einmal einen Friedensvertrag haben, dieser Leitgedanke des Tages „Christus unser Friede“ wie ein Schlagwort, wie ein Propagandawort erklingt.
 
Alle Konferenzen zur Weltverbesserung, alle Versprechungen der Politiker ein Paradies auf Erden zu bringen, sind Phrasen. Noch friedloser wird die Menschheit werden, wenn sie nicht in dieser Stunde, in diesem heiligen Jahr 1950 zurückfindet zu Christus, unserem Frieden.
 
In dieser Zeit brauchen wir Charaktere, die das Leben meistern, die nicht wie eine Wetterfahne vom Winde hin und her geweht werden. Christ sein ist eine harte Forderung. 
 
Zwei gewaltige Heerlager
Die Welt ist geteilt in zwei gewaltige Heerlager: Rom als Burg des Friedens und Moskau – Burg der Zerstörung, des Materialismus.
 
Wenn sich die Christen in dieser Stunde ihrer Berufung und Sendung bewusst werden, wenn die Substanz des Glaubens wieder in Millionen wach wird, wenn der heutige Tag ein Impuls für neues christliches Leben und zu lebendiger Jugendarbeit wird, dann sind die Probleme des Lebens gelöst. 
 
Christus der Friede für jeden einzelnen. Nur der Christ ist geborgen in Gott, in Christus, der uns den Sinn des Daseins gegeben. Tiefen Eindruck hinterließ diese Festpredigt auf die gesamte versammelte Jugend.
 
Landrat Heermann überbrachte den Willkommensgruß der beiden Ortschaften Spahn und Herrenstätte. Er sprach als Landrat, um zu dokumentieren, dass der Kreis mit der Jugend sich verbunden fühlt. Oberkreisdirektor Dr. Fischer betonte, dass der Kreis die Jugendarbeit unterstütze und Mittel im Kreisetat zur Verfügung gestellt habe.
 
Kreisjugendpfleger Wellenbrock appellierte an die Jugend, sich auch für die abseits stehende, umherirrende Jugend, die noch keinen Halt gefunden habe, verantwortlich zu fühlen.
 
„Wo in dieser Stille“  
Während vom Kirchenchor Spahn-Harrenstätte unter der Leitung des Dirigenten Landrat Heermann im vierstimmig gemischten Chor das Lied: „Wo in feierliche Stille …“ erklang, wurde das Allerheiligste feierlich eingeholt.
 
Nach dem sakramentalen Segen wurde das Allerheiligste in feierlicher Begleitung von Fahnen, Engelchen, Messdienern und Klerus zur Kirche zurück begleitet.
 
Allen, die an der Vorbereitung, Leitung und Ausgestaltung dieser Feier mitgewirkt haben, der gesamten Jugend von Spahn-Harrenstätte, dem Kirchenchor und den beiden Musikkapellen gebührt Dank und Anerkennung.   







 




Wieder rausgekramt: Willi Wigbers

 
  Heute waren 1 Besucher hier!
Impressum | Rechtliche Hinweise
© Heimatverein Spahnharrenstätte
 
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=